
Machbarkeitsprüfung für den Schwertransport eines 250 t Pressenbauteils von Straubing (Hafen) nach Niederaichbach für einen südkoreanischen Hersteller

Es war beabsichtigt die Transportladung aus Rotterdam über den Wasserweg entlang Rhein, Main, Main-Donau-Kanal und Donau nach Straubing anzuliefern.
Da am Donauhafen in Straubing, der Wasserstand niedrig ist, war vom Auftrageber ein RoRo-Schiff als Startpunkt für den Schwertransport über die Straße vorgegeben.
Info zum Donauhafen Straubing Sand
Hafenbecken: Länge: 700 m, Breite: 90 m
Umschlagufer: Gesamtlänge 1.050 m
(senkrechte Spundwand an Nord- und Südkai)
Wendebecken: Durchmesser: 120 m
Infrastruktur:
• Strom- und Wassertankstelle vorhanden
• Doppelgleisiger Bahnzugang an beiden Kaiseiten
• Roll-on/Roll-off-Anlage
• Kopframpe am Westkai
• Längsneigung: max. 10 %


Befahrbar mit 14 Achsen (Achslast bis zu 30 t)
Schwerlastplatte: Material: Stahlbetonplatte auf Bohr- und Rammpfählen
Abmessungen: 60 m Länge, 17,45 m Breite
Stützdruck:
1 × 1 m: 200 t
1,8 × 1,2 m: 350 t
Im ersten Schritt wurden die Möglichkeiten der Entladung der Presse im Hafen Straubing als Schnittstelle geprüft, darauffolgend die mehr als 70 km betragende Transportstrecke.
Zur Beschränkung der Achslasten, sowie der Vermeidung von Umladungen war eine Erhöhung der Anzahl der Achsen erforderlich. Deshalb wurde ein Transportfahrzeug mit mehreren Achsmodulen von insgesamt 25 Achsen geplant. In der kartenbasierten Voranalyse wurde deutlich, dass die Umfahrung nicht ausreichend stabiler Brücken entlang der Strecke erforderlich sein wird.


Zusätzlich zur Untersuchung der Strecken auf Karten, ist es gute Praxis vor Ort mit Anwohnern oder Landwirten zu sprechen, um zusätzliche Wege zu erkunden, die in Karten nicht erfasst sind. Dies ist insbesondere bei der Einbeziehung von Stichstraßen und Behelfsstrecken von Bedeutung. Für die Routenplanung sind dabei insbesondere Angaben zur Gelände- und Untergrundbeschaffenheit entscheidend für eine sichere und erfolgreiche Durchführung des Transports.
Im Rahmen der Streckenprüfung für den Schwertransport wurden wir von einem Traktorfahrer auf eine erst kürzlich fertiggestellte Brücke hingewiesen, die bei der Routenplanung berücksichtigt werden konnte. Auch weitere Gespräche mit ortskundigen Personen haben sich bei der Streckenuntersuchung als hilfreich erwiesen.


Die Überprüfung der Höhenprofile zeigte ein problematischen Streckenbereich welcher durch die Erhöhung der Anzahl der Sattelzugmaschinen überwunden wurde.
Es wurde ein Streckenprotokoll erstellt,
mit unter anderem den folgenden Angaben:
Streckenbeschreibung
• Start- und Zielpunkt
• Gesamtlänge der Strecke
• Teilstrecken / Etappen


Infrastruktur / Hindernisse
• Brücken (Tragfähigkeit, Höhe, Breite)
• Tunnel / Unterführungen
• Kreisverkehre / Engstellen
• Ampelanlagen / Verkehrsinseln
• Baustellen / temporäre Einschränkungen
• Durchfahrtshöhen von Laternen
• Stromkästen
• Leitplanken / Poller
• Schilder und Warnbaken
• Zaunhöhen
Technische Parameter
• Höhenprofile
• Steigungen / Gefälle
• Kurvenradien
• Straßenbreiten
• Bodenbeschaffenheit (bei Nebenstrecken)
Transportbezogene Anforderungen
• Fahrzeugkombination (z. B. Achsmodule)
• Achslasten
• Wendemanöver / Rangierflächen
• Begleitfahrzeuge / Verkehrssicherung


Vor-Ort-Informationen
• Hinweise von Anwohnern / Landwirten
• nicht kartierte Wege / Behelfsstrecken
• lokale Besonderheiten
(z. B. saisonale Nutzung von Wegen)
Verkehrsmaßnahmen
• Sperrungen / Umleitungen / Polizeibegleitung
Bewertung / Ergebnis
• Eignung der Strecke/kritische Punkte
• empfohlene Route
• erforderliche Anpassungen
Dokumentation
• Fotos / Skizzen
• Kartenmaterial
• GPS-Daten
• Notizen aus der Begehung
Ebenso wurden die notwendigen verkehrslenkenden Maßnahmen erfasst, darunter zeitweise Demontagen von Verkehrszeichen – auch im Bereich von Bahnübergängen –, Ampelanlagen sowie das Öffnen (Aufschneiden) von Leitplanken.


So konnte nach sorgfältiger Abwägung eine geeignete Route mit einer Gesamtstrecke von 71,5 km für den Schwertransport festgelegt und unter Einbeziehung der erforderlichen verkehrslenkenden Maßnahmen dokumentiert werden.

